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Mittwoch, 14. Februar 2007 Offener Brief an Christian Rach Offener Brief an Herrn Christian Rach Tamm, 19. Januar 2007 Lieber Herr Christian Rach, vor ca. 1 Jahr haben wir uns nach über einer Woche Dreharbeiten freundschaftlich voneinander verabschiedet. Im vergangenen Jahr 2006 haben wir Sie per mail über die personellen Änderungen auf dem Laufenden gehalten. Heute wenden wir uns in Form eines offenen Briefes an Sie. Es war Ihnen und Ihrem Produktionsteam bekannt, dass wir uns für Ihre Sendung beworben hatten, weil wir mit den Leistungen der Köche nicht immer zufrieden waren. Teilweise wurden Gerichte herausgegeben, die nicht unserem Qualitätsanspruch und dem unserer Gäste entsprachen. Trotz gemeinsamer Gespräche wurde dies nicht entscheidend besser. Es blieb uns schließlich keine andere Möglichkeit, als die der Kontrolle. Daraus resultierte, dass sich unser Arbeitsklima im Laufe der Zeit verschlechterte. Durch Ihre Persönlichkeit und Ihre Kompetenz erhofften wir uns fachlichen Rat und eine damit verbundene Besserung. Als Beispiel für unsere Kritik möchte ich die in der Sendung servierte Kürbiscremesuppe erwähnen. Sie selbst kritisieren sie als zu breiig. Sie war geschmacklich in Ordnung. „In Ordnung“ ist für Ihre Restaurants „Tafelhaus“ und „Engel“, aber auch für unser Haus nicht gut genug. Sie sollte zumindest gut, besser noch sehr gut sein und zwar immer und nicht nur meistens. Ähnliches gilt für die Sauberkeit in den Hotelzimmern und Restaurant. Ein bisschen sauber ist eben nicht sauber genug. In einer auf Wunsch Ihres Produktionsteams nachgestellten Szene, wird dies meiner Frau negativ ausgelegt. Unseren eigenen Anspruch und den an unsere Mitarbeiter, dass wir unsere Hotel- und Restaurantgäste nicht nur zufrieden stellen sondern begeistern möchten, wird vollkommen unerwähnt gelassen. Schließlich sind unsere Gäste unsere Arbeitgeber, die die Löhne etc. bezahlen. Stattdessen erwecken die aus vielen Aufnahmen ausgewählten Ausschnitte und die Kommentare den Eindruck, dass meine Frau und ich unverbesserliche Nörgler sind. Dies hat uns menschlich sehr getroffen, ja teilweise sogar schockiert. Sehr enttäuscht hat uns auch die Darstellung der vom Sender gespendeten Urlaubsreise. In der Sendung reisen wir Mitte der Woche ab. Nach dem Motto: die Baiers sind weg, schon läuft alles besser. Sie wissen selbst genau, dass dies ganz anders war. Am Sonntag, dem letzten Drehtag übergaben Sie uns kurz vor Eintreffen der „Ententag“Gäste“ den Gutschein, damit wir uns einfach etwas erholen sollten. Wir fielen auf diese Finte rein. Jetzt verstehen wir auch die Bedingung einer Abreise innerhalb von drei Stunden. Sie war notwendig, damit unsere Abreise selbst noch aufgenommen werden konnte, um sie dann nach dem Gusto Ihres Produktionsteams zeitversetzt einzubauen. Im Übrigen fragen wir uns, warum Sie uns auf der 40minütigen Fahrt zum Flughafen von einem eigens dafür engagierten Kameramann und Tontechniker begleiten und Interviews machen ließen. Aus heutiger Sicht verstehen wir auch Ihren Wunsch, dass Sie es waren, der unsere Tochter zurückgeholt hat, obwohl sie schon vorher wieder bei uns im Hause war. Es wären noch diverse andere Punkte anzuführen, erspare es aber Ihnen und mir, da Ihr Kenntnisstand dem unseren entspricht. Auch möchte ich Ihren Rat befolgen und nicht bei „1876“ anfangen. Wir haben keine Werbesendung für unser Haus erwartet. Allerdings wäre es schön gewesen, auch positive Szenen z.B. von der Kulinarischen Weinprobe im Weinkeller oder der Feier in der Kelter mit ca. 90 Personen zu zeigen. Die Zustimmung zum Senden hatte das Produktionsteam ja von den Gästen eingeholt. Offensichtlich soll das Negative überwiegen um es dann medienwirksam in Szene zu setzen. Kurzum unser größter Fehler war, zu lange an verschiedenen Mitarbeitern festzuhalten. Hoffentlich geht es „Ihrem“ HSV nicht ähnlich. Der zweitgrößte war, Ihrem Produktionsteam zu vertrauen. Unabhängig von der Sendung hat es uns sehr gefreut, Sie kennen gelernt zu haben. Die Gespräche mit Ihnen ohne Kamera, aber auch verschiedene Gespräche mit laufender Kamera, die leider nicht gesendet wurden, waren für uns wertvoll und haben Spaß gemacht. Herr Lars Gütter, unser Küchenchef, der seit April mit Liebe und großem Engagement bei uns kocht, würde sich ebenso wie wir über ein persönliches Treffen freuen. Bis dahin grüßen Sie herzlich aus Tamm Gerd Baier [ Zurück ] [ Als eMail versenden ] Weitere News letzte Aktualisierung: 14.02.2007 von Nadine Gütter |
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